EFQM-Modell 2010: Neue Bezeichnungen und Gewichtungen

EFQM-Modell 2010: Neue Bezeichnungen und Gewichtungen

Auch das neue Modell 2010 für Excellence besteht aus den beiden grossen Bereichen Befähigerkriterien („Enabler“) und Ergebniskriterien („Results“).

Geändert haben sich die Bezeichungen in Kriterium 2 und 5 und die Gewichtungen.

Befähigerkriterien:
In der Gewichtung wurde ein Vereinheitlichung vorgenommen. Die EFQM begründet dies damit, dass in der praktischen Arbeit mit dem Modell kaum jemand die unterschiedlichen Gewichtungen der Befähigerkriterien nachvollziehen konnte.

Ergebniskriterien:
Die hohe Bedeutung der Kundenergebnisse wurde von 20% auf 15% reduziert, dafür wurde die Bedeutung der beiden anderen „stakeholder“ Mitarbeiter und Gesellschaft erhöht.

Die Änderungen im Detail:


Alte Bezeichnung Modell 2003 Alte Gew. Neue
Bezeichnung Modell 2010
Neue Gew. Entwicklung der Gewichtung
1 Führung 10% Führung 10% + 0 %
2 Politik und Strategie 8% Strategie 10% + 2%
3 Mitarbeiter 9% Mitarbeiter 10% +1%
4 Partnerschaften und Ressourcen 9% Partnerschaften und Ressourcen 10% +1%
5 Prozesse 14% Prozesse, Produkte& Dienstleistungen 10% -4%
6 Kundenbezogene
Ergebnisse
20% Kundenbezogene
Ergebnisse
15% -5%
7 Mitarbeiterbezogene
Ergebnisse
9% Mitarbeiter-
bezogene
Ergebnisse
10% +1%
8 Gesellschaftsbezogene

Ergebnisse

6% Gesellschafts-bezogeneErgebnisse 10% +4%
9 Schlüssel-Ergebnisse 15% Schlüssel-Ergebnisse 15% + 0 %

Ob diese Neu-Gewichtungen zu sifnifikant anderen Ergebnissen bei Bewertungen nach dem EFQM-Modell führen, kann noch nicht gesagt werden. Die EFQM will dazu im Frühjahr 2011 erste Erfahrungen systematisch auswerten. An einer Stelle bemerkt die EFQM, das bei excellenten Organisationen die Unterschiede nicht sehr groß sein werden.

Da das Kriterium 8 auf- und das Kriterium 6 abgewertet wurde, ist bei “normalen” Organisationen (zwischen 180 und 400 Punkten bei einer Bewertung) jedoch mit Abschlägen zu rechnen: Haben diese Organisationen doch häufig dem kundenbezogenen Ergebnisteil (Krit. 6) Vorrang vor dem Erfassen z.B. gesellschaftsbezogener Kennzahlen gegeben.